Eiberg im Herbst
Jul.
07

Übergabe der geschichtlichen Infotafel zum Hof Schulte-Bockholt an die Öffentlichkeit

07.07.2018

In Fortsetzung seines Projektes „Erlebbare Lokalgeschichte“ hat der Heimatgeschichtskreis Eiberg nun eine weitere, geschichtliche Informationstafel erstellt. Diesmal widmet sich die Tafel dem erstmals um 1250 erwähnten Hof Schulte-Bockholt am Schultenweg 98. Diese konnte am 7. Juli 2018 der Öffentlichkeit übergeben werden.  An der kleinen Feier nahmen rund 35 Personen bei bestem Wetter teil, darunter auch zahlreiche Vertreter aus dem Stadtrat und der Bezirksvertretung Steele-Kray.

Der Vorsitzende, Herr Christian Schlich, begrüßte die Anwesenden und erläuterte die nunmehr 7. Tafel, die der Heimatgeschichtskreis Eiberg seit 2008 errichtet hat. Er ging dabei auf die Geschichte des sehr alten Hofes Schulte-Bockholt und deren Aufsitzer ein. Ebenso dankte er der Vorsitzenden des Reit- und Fahrvereins Steele-Horst e.V., Frau Alexandra Schmitz, für die Überlassung des Aufstellplatzes und den Nachfahren der Familie Schulte-Bockholt, die die Tafel durch Spenden ermöglicht haben.

Der geschichtsträchtige Hof Bockholt taucht erstmals nachweislich im Lehnbuch (1250-1300) des Edelherren Dietrich I. von Volmarstein auf, als dieser den Ritter Thidericus Nortkerke mit dem „curtem in Bocholte in Sthelo“ (Hof im Bockholt in Steele) belehnt. Teile des Hofes waren auch an die Abtei Werden und 1275 an die Essener Stiftsdame Elisa von Rennenberg verpfändet.

Der Hof war stets der größte sowie höchst besteuerte in Eiberg und stellte zudem den Schulten, der der Bauerschaft als unterste Verwaltungseinheit vorstand und auf die Einhaltung der Gesetze und Abgabenpflichten zu achten hatte. Der Schultentitel ist seit 1326 bezeugt, denn im Mitgliederverzeichnis des Wattenscheider Kalandes, einer frommen Bruderschaft zumeist wohlhabender Bürger und Geistlicher zur Verrichtung guter Werke, wird im gleichen Jahr Rutger Schultetus in Boykholt und die Frye, merssche (= Meierin) van dem Bockholte unter den Mitgliedern angegeben.

Besonders bemerkenswert an der Hofgeschichte ist, dass die Erbfolge ununterbrochen seit dem Mittelalter immer in der männlichen Linie gehalten werden konnte. Als Letzter bewirtschaftete Arnulf Schulte-Bockholt den Hof, bevor er in den 1970er-Jahren für mehrere Jahre nach Kanada zog und dort eine bedeutend größere Farm betrieb. Seitdem ist der Hof an den Reit- und Fahrverein Steele-Horst e.V. verpachtet, dem sich dadurch die Chance einer vereinseigenen Reitsportanlage bot. Bereits 1979 wurde die Hofanlage um eine Reithalle mit Vereinsgaststätte und Turnierplätze erweitert. 1980 fand das erste Turnier mit Spring-, Dressur- und Materialprüfungen statt. Durch seine derzeit großzügig angelegte Reitsportanlage mit zwei Reithallen, Dressur- und Springplatz, Besuchertribünen und Aussichtsplattformen sowie Stallungen mit über 55 Pferdeboxen hat der Reit- und Fahrverein Steele-Horst e.V. den Hof zu einem beliebten Austragungsort für Reitturniere gemacht. Mit ca. 300 Mitgliedern zählt er zu den größten Reitvereinen in Essen.

Anschließend sprach der Kulturbeauftragte der BV7, Herr Arnd Hepprich, einige Grußworte für den verhinderten Bezirksbürgermeister Gerd Hampel und unterstrich die Bedeutung dieser geschichtlichen Tafeln für die Erlebbarkeit lokaler Geschichte. So existieren auch in Steele, Kray und anderen Essener und Bochumer Stadtteilen solche Tafeln, die oft als Denkmal- bzw. Kulturpfade verbunden sind. Weitere sollen in Eiberg noch folgen.

(Fotos: Harald Vollmer und von Dieter Eilmes)

Enthüllung der Infotafel durch die Vorsitzende des Reit- und Fahrvereins Steele-Horst e.V. Alexandra Schmitz und Bezirksvertreter und Kulturbeauftragter Arnd Hepprich   Der Vorstandsvorsitzende des HGK Eibergs, Christian Schlich erklärt die Bedeutung des Wappenschlosses.   Die neue Tafel mit folgenden Personen von links: Ratsherr Ernst Potthoff, Bezirksvertreter Eduard Schreyer, Bezirksvertreter Klaus-Dieter Feige, Ratsherr Friedhelm Krause, Bezirksvertreter und Kulturbeauftragter Arnd Hepprich, Vorsitzender des HGK Eiberg Christian Schlich, Ratsherr Hans Dirk Vogt, Vorsitzende des Reit- und Fahrvereins Steele-Horst e.V. Alexandra Schmitz, Bezirksvertreterin Nicole Markner   Zuschauer bei der Übergabe   So sieht die neue Infotafel aus

Jun.
07

50 Jahre Bergmannsfeld – Zur Entstehung und Geschichte einer Großstadtsiedlung

07.06.2018

Der Historiker, Dozent, Verleger und Gästeführer Christoph Wilmer aus Essen, der bereits zum 40. Bestehen des Bergmannsfeldes ein entsprechendes Buch herausgegeben hatte, referierte mit viel Fachwissen über die Hintergründe und die Entstehung des großen Wohnbauprojektes Bergmannsfeld. Alte Luftaufnahmen und Bebauungspläne aus den 1960er-Jahren ergänzten die Entwicklungsgeschichte dieser Großsiedlung. Wilmer verstand es den Anwesenden die Probleme und die gesellschaftspolitischen Ansichten jener Zeit zu verdeutlichen, warum man diese, aus heutiger Sicht eher zu groß angelegten Siedlungsgebiete in der Essener Oststadt dort plante und sogar als fortschrittliche Wohnprojekte im Rahmen der Deutschen Bauausstellung in Essen (DEUBAU 1966) mit einem Preis auslobte.

Das Bergmannsfeld wurde schon einmal im Jahr 2015 vom Heimatgeschichtskreis Eiberg in einem Vortrag von Frau Roswitha Paas (Stadtteilbüro Bergmannsfeld) vorgestellt.

(Fotos von C.Schlich)

Der Vortragende H. Christoph Wilmer  Bergmannsfeld um 1968

Mai.
27

Schnadegang auf den Spuren der Mariannenbahn durch Eiberg

27.05.2018

Schon am Treffpunkt zum Schnadegang "Auf den Spuren der alten Mariannenbahn durch Eiberg" versprach Gregor Heinrichs den Teilnehmern eine Wanderung durch schöne Natur.

Zunächst galt es, zu dem Punkt  zu gelangen, an dem die alte von Pferden gezogene Mariannenbahn von Höntrop kommend die Eiberger Gemeindegrenze erreichte. So gingen wir an der Mecklenbecke und dann an der wild bewachsenen Uhlendahlbecke entlang über den Uhlendahlweg bergauf zum Stalleikenweg. Von dort führte uns weiter ostwärts ein wunderschöner Waldweg zur Straße Am Hosiepen. Wie es zu einem ursprünglichen Schnadegang gehörte, konnten wir dort den Zustand der ehemaligen Gemeindegrenze in Augenschein nehmen und gelangten zur Obereiberger Osterfeldsiedlung.

Schon beim ersten Haus am Abzweig August-Macke-Weg machten wir Halt, denn dort erreichte die Mariannenbahn Eiberger Gebiet. Hier gab es Informationen über die Zeche Maria Anna&Steinbank (Standort in Höntrop: Nähe Reiterweg) , die ein Zusammenschluss der Zechen Maria Anna (Standort Kirche St. Marien in Höntrop-Süd), Gute Aussicht (Standort: Wattenscheider Hellweg, Ecke Rauks Feld) und Zeche Steinbank (Standort Nähe Höntrop Bahnhof). Die mit Lokomotivspur ausgelegte Mariannenbahn wurde für den Kohletransport zur Schiffsverladestelle nach Steele 1854 genaut. Da 1870 die rhein.-bergische Bahnan angelegt wurde, und die Zeche dort einen eigenen Gleisanschluss bekam, wurde die Pferdebahn überflüssig.

An der Käthe-Kollwitz-Straße ließ der Anwohner Herr Kerkhoff wissen, dass er einmal in seinem Garten eine aus Beton bestehende durchgehende Eisenbahnschwelle der Mariannenbahn ausgegraben habe. Als wir wieder den Stalleikenweg erreichten, sahen wir den einst aufgeschütteten Damm, der die Mariannenbahn an dem Sumpfgebiet  der spelbergschen Wiese vorbei hinüber zu den Feldern am Uhlendahl führte.

Inzwischen besichtigten wir auf dem Hof Hindefdeld die alten Schienensteine, die so behauen waren, dass die Schienen auf ihnen befestigt werden konnten. Es ging dann weiter zur Westgrenze der alten Gemeinde Eiberg, zum Anfang der Imandtstraße, wo die Mariannenbahn das Eiberger Gebiet wieder verließ. Dort bogen wir in den Privatweg  mit Schild "Auf eigene Gefahr" ein und kamen in das Quellgebiet des Eibergbaches, in ein schönes und uriges altes Waldstück. Von dort erreichten wir durch eine Zufahrt  zwischen Getreidefeldern wieder den Uhlendahlweg und schließlich unseren Ausgangspunkt am Eiberger Cafe, Schultenweg 137.

Fotos: copyright Gregor Heinrichs

Alte Schwellensteine der Mariannenbahn   Hof Hinderfeld am mittelalterlichen Siedlungskern Eibergs   das urige Quellgebiet des Eibergbaches

 

 

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Quelle: http://www.eiberg-heimatgeschichtskreis.de/