Winterimpressionen aus Eiberg

Göpel

Göpel

    „Als Göpel bezeichnet man sowohl eine Kraftmaschine als auch das Gebäude in dem sie untergebracht ist. Der Antrieb erfolgt durch Muskelkraft (Mensch, Tier), Wasserkraft, Windkraft oder Dampfkraft. Göpel kamen in Mitteleuropa seit dem ausgehenden 13. Jahrhundert vor allem im historischen Bergbau als Förderanlage zum Einsatz. Später wurden sie auch in der Landwirtschaft zur Bewegung von landwirtschaftlichen Maschinen eingesetzt. …Beobachtungen und Messungen an einem Göpel führten zur Einführung der Leistungseinheit PS (Pferdestärke)… durch James Watt“

(Zitiert aus: Wikipedia, Stand 07/2015)

 

Der Göpel auf dem Eiberger Hof Feldmann:

Der Göpel auf dem Eiberger Hof Feldmann (Paulus, zuletzt Groote,  Schirnbecker Teiche 15) war ein landwirtschaftlich genutzter Pferdegöpel, der dort als Antrieb für eine Dreschmaschine eingesetzt wurde. Auf diesem Hof hatte die Dreschmaschine ihren festen Platz in der Scheune, so dass der Göpel direkt neben der Fachwerkscheune in einem etwa halbrunden Anbau untergebracht war. Ein Göpel dieser und anderer Art ist in unserer Gegend nicht mehr anzutreffen.  Auf dem Dach des Göpels war noch ein eisernes Kreuz angebracht, das noch bis in die Mitte der 1980er Jahre vorhanden war.

Die alte Fachwerkscheune soll bereits um 1800 erbaut worden sein. Als 1857 die Scheune durch einen Brand schwer beschädigt wurde, war die Göpelanlage bereits vorhanden (siehe WAZ vom 22.03.2011).

Im Vergleich zu den übrigen Eiberger Höfen wurde dieser Pferdegöpel noch als letzter bis fast zum 2. Weltkrieg als Dreschmaschinenantrieb genutzt. Anders als hier auf dem Hof Feldmann konnten in größeren Göpeln bis zu vier Pferde eingesetzt werden. Das angespannte Zugpferd wurde im Kreis herumgeführt. Der Rundgang, über den das Pferd im Göpel lief, wurde hier „Göpelpad“ genannt. Aus dem unten stehenden Bild ist die grundsätzliche Technik landwirtschaftlich genutzter Göpel ersichtlich, wie sie auch beim Göpel des Hofes Feldmann vorhanden war. Um feste Stütz- und Lagerpunkte zu bekommen, war die Errichtung eines Göpelhauses wichtig. Die Kraftübertragung vom Göpel geschah durch Zahnräder über eine Übertragungswelle dicht unter dem Boden, welche das Pferd bei dieser alten Göpelkonstruktion während des Rundgangs überquerte (siehe Bild).

Die Göpel-Technik ist nun schon längst ausgeräumt. Dank der jetzigen Eigentümerin konnte das Gebäude des Pferdegöpels erhalten bleiben und dient zur Unterbringung von Reitpferden.

Im Jahr 2013 und 2016 führte der Heimatgeschichtskreis Eiberg u.a. eine Besichtigung des Groote - Hofes mit Göpel durch.

Pferdegöpel im Museum am Kiekeberg (bei Hamburg) Fotograf: Arnold Plesse 

Lizenzhinweis:  „Kiekeberg050709goepel“ von Arnold Plesse - Selbst fotografiert. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons - https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Kiekeberg050709goepel.jpg#/media/File:Kiekeberg050709goepel.jpg

weitere Fotos: copyright H.Vollmer:

Pferdegöpel am Groote Hof (Foto: H.Vollmer)   

© Copyright by Heimatgeschichtskreis Eiberg
Alle Rechte vorbehalten.
Quelle: http://www.eiberg-heimatgeschichtskreis.de/page/17/goepel